DER HAUPTMANN VON KÖPENICK von Carl Zuckmayer Regie: Peter Kupke Rolle: Kalle, Wärter etc.

INHALT

Der Schustergeselle Voigt kommt aus Not mit dem Gesetz in Konflikt und landet für 15 Jahre im Zuchthaus. Danach ist er guten Willens, sein Leben wieder selbst in den Griff zu bekommen. Allein eine den Einzelnen verachtenden Bürokratie verhindert dies: Ohne ordentliche Anmeldung gibt es keine Arbeit und ohne Arbeitsnachweis keine Anmeldung. Ein Teufelskreis, der ihn wieder in das Milieu der Halbwelt treibt. Er wird erneut straffällig und hat schließlich mit 56 Jahren mehr als 30 Jahre im Zuchthaus verbracht. Wieder „draußen“ führt ihn sein Schicksal an einem Berliner Trödelladen vorbei, in dem er jene Uniform findet, die seinen weiteren Weg bestimmen wird ...
Dieses „deutsche Märchen“ findet nun als Sommertheater seinen Weg ans Staatstheater Cottbus, eingerichtet für den Hof der Alvensleben-Kaserne von Regisseur Peter Kupke und mit Thomas Harms in der Titelrolle.
Carl Zuckmayers Werk ist der ideale Stoff, hier ein Stück Zeitgeschichte entstehen zu lassen. Das Berlin des angehenden 20. Jahrhunderts wird das Umfeld sein, in dem wir das Stück als Schaubudentheater zeigen.
An sechs verschiedenen Spielorten, zu denen sich die Besucher nacheinander begeben, werden die einzelnen Stationen dieses berührenden Schicksals wie auf einem Jahrmarkt erzählt. So folgen die Besucher quasi den Fußspuren des Schusters Voigt, von der Arbeitssuche über das Zuchthaus zum Kleiderladen, und verfolgen den Weg der Uniform, um schließlich − beiden vereint − am Rathaus zu begegnen und mal wieder über diesen Coup herzlich zu lachen.
[Quelle: www.staatstheater-cottbus.de]

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TERMINE

Hof der Alvensleben-Kaserne Cottbus

Donnerstag, 14.06.2012, 20 Uhr
Freitag, 15.06.2012, 20 Uhr
Samstag, 16.06.2012, 20 Uhr
Sonntag, 17.06.2012, 16 Uhr !!!!!!

Mittwoch, 20.06.2012, 20 Uhr

Freitag, 22.06.2012, 20 Uhr

Sonntag, 24.06.2012, 20 Uhr zum allerletzten Mal!!!!!

VORPROGRAMM
jeweils ab 45 Minuten vor Vorstellungsbeginn
Tauchen Sie bei Bouletten, Bier und Leierkastenmusik ein in das alte Berlin!

WETTERHOTLINE
3 Stunden vor Vorstellungsbeginn ist unsere Wetterhotline
unter (0355) 78 24 100 oder 78 24 210 für Sie erreichbar.

Anfahrtsskizze ->hier


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BESETZUNG

Regie Peter Kupke
Musikalische Leitung und Arrangements Hans Petith
Bühne Hans-Holger Schmidt
Kostüme Ulrike Schlafmann
Dramaturgie Guido Neubert
Regieassistenz Anniki Nugis

Wilhelm Voigt Thomas Harms
Friedrich Hoprecht, Stadtrat Rau Michael Becker
Marie Hoprecht Susann Thiede
Ausrufer, Bürgermeister Obermüller, Ein Polizist Gunnar Golkowski
Mathilde Obermüller, Plörösenmieze, Eine Frau Sigrun Fischer
Adolf Wormser, Der Zeitung lesende Mann, Der Erste, Rosenkrantz Amadeus Gollner
Zuschneider Wabschke, Der Mann, Der Zweite, Stadtsekretär Kutzmann Berndt Stichler
Hauptmann von Schlettow, Produrist Knell, Ein Leutnant, Ein Dienstmann, Der Polizeiinspektor Jan Hasenfuß
Einer wie Voigt, Arbeitssuchender, Krakauer, Landwirt Wendrowitz Dirk Möller
Oberwachtmeister, Zuchthausdirektor, Ein dicker Mann, Stadtschutzmann Kilian Michael Krieg-Helbig
Ein anderer wie Voigt, Ein Gefreiter Roland Schroll
Kalle, Aufseher, Der nächste Wartende, Stadtrat Comenius Oliver Seidel
Fräulein Hirschberg, Eine weinende Frau, Wäscherin Kähndorf Johanna Emil Fülle

Das kranke Mädchen, Stimme des Mädchens Elisa Elß
Stimme Michael Krieg-Helbig
Willis Hand, Bierzapfer, Bürodiener, Sträflinge, Sally, Soldaten Damen und Herren der Statisterie

Blaskapelle
Andreas Zach (Musikalische Leitung und Schlagzeug)
Julia Salk (Piccolo)
Uwe Radnick/Andreas Korrenz und Christian Maaß (Trompete)
Maik Fraedrich, Dinyar Moriabadi (Posaune)
Riccardo Haase (Tuba)

Mitwirkende des Vorprogramms
Gesang: Marianne Repschläger
Publikumschor: Karl-Heinz Schischefsky, Irene Berlin
Straßenzauberer: Thomas Thompson
Spreewaldammen: Katrin Lehmann, Christel Lehmann-Enders
Leierkastenfrau: Grit Stern-Abazi
Zeitungsjungen/Flugblattverteiler: Lisa Grunwald, Julian Böhm, Justus Szabo
Arbeitssuchende: Anette Fürst-Buchwald, Bernd Frenzel
Werber für den Chor: Thomas Rüffer
Lotteriehannes: Felix Reimann
Frau mit Bauchladen: Carmela Hauch
Frauen in Tracht: Louise Nischke, Larissa Süßmuth
Flanierende Paare: Ines Franke, Hannelore Haaken, Kerstin Möbes, Many Pilan, Rainer Engelhardt, Herr Lucke, Achim Vogt
Kinder: Marie-Chr. Fürst, Emma Hentschel, Robert Franke
Bernd Poredda (Kutsche)
Dr. med. Ernst-Peter Kühn (Postauto)
Dr. Dieter Thiel, Hubertus Weber, Dr. Jürgen Hübner (Oldtimer)


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FOTOS

PRESSE

Rezensionen
Hartmut Krug, Lausitzer Rundschau, 29.6.2009

„Thomas Harms spielt die Titelfigur nicht als ein hilfloses Opfer, sondern auch als einen patent-witzigen, zwischen Verzweiflung und Selbstbewusstsein schwankenden, aufbegehrend lernenden Mann. Dieser Schuster, von dem es, wegen der Gleichzeitigkeit mancher Szenen in dieser Inszenierung, anfangs noch zwei ‚einer wie Voigt’ gibt, ist ein echter Schlawiner. Harms entwickelt ihn mit Sensibilität und angenehmer Zurückhaltung. Der Darsteller setzt nie auf Effekte, sondern entwickelt eine Figur. Ohnehin sind alle Figuren, auch wenn sie als Amtspersonen mit rotgefärbten Gesichtern und übersteigerten Gesten typisiert wirken, dennoch genau begründet und entwickelt, man merkt den brechtgeschulten Regisseur. In dieser Aufführung gibt es keine Figurenklischees, auch Michael Becker und Susann Thiede als Schwager und Schwester Voigts sind keine aufgedrehten Spießer, als die ihre Figuren oft gespielt werden, sondern Menschen mit Ecken und Kanten. […] Zuckmayer schrieb ein ungemein pointengenaues Stück, und so ist auch die Cottbusser Aufführung vor allem effektvolles Unterhaltungstheater. Doch zugleich kommt sie als forschendes Menschentheater daher, ganz ohne falsche Gefühligkeit.“

Jürgen Heinrich, Der Märkische Bote, 4.7.2009

„’Der Hauptmann von Köpenick’ wird zum Hauptmann von Cottbus am Originalschauplatz ‚Von-Alvensleben-Kaserne’, der Kommandeurs-Bungalow mit Uhrturm (noch Sitz des Bundeswehr-Standorthöchsten) mutiert zum Köpenicker Rathaus. Authentischer geht’ s nicht. […] Alles in allem bereitet diese ungewöhnliche Inszenierung allbekannten Stoffs von Peter Kupke, einem an vielen Theatern bewährten, routinierten Regisseur viel Freude – dem Ensemble, wie jeder spürt, und auch Zuschauern, die […] eine der gleich knappen Karten ergatterten. Vorm Spiel entfaltet sich im Kasernenhof einfallsreich inszenierter Zeitgeist von 1906 mit Blasmusik, Zirkus, Automief, und Stiefelklappern.“

Valeria Heintges, Sächsische Zeitung, 29.6.2009

„In der Inszenierung von Peter Kupke läuft allerdings nicht nur der Hauptmann verzweifelt von Arbeitsamt zu Passamt, um entweder eine Arbeit oder eben eine Aufenthaltsgenehmigung zu bekommen. Nein, in Cottbus laufen auch die Zuschauer hin und her, um die tragikomische Geschichte in einem ‚Schaubudentheater auf sechs Bühnen’ zu erleben. Manche Szenen sehen alle Gäste gemeinsam, für andere trennen sie sich und folgen freundlichen Damen und ihren Regenschirmen. Das klingt kompliziert und erfordert sicherlich einen ungeheuren Organisationsaufwand, aber es funktioniert.“

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© 2008 by Oliver Seidel