| DANTON # Büchner | Regie: Ingo Putz | Rolle: Robespierre |
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Premiere: Samstag, 21. Februar 2009 Nächste
Vorstellungen: |
Inhalt: Wir suchen neue Sichtweisen auf bekannte Werke. Die Regisseure oder Choreographen zeigen ihre mutigen Interpretationen, reduzieren Handlung und Figuren aufs Wesentliche, arbeiten mit knappem Budget, aber mit viel Einfallsreichtum – wollen neugierig machen auf die alten Klassiker ... Wie ein gesellschaftlicher Traum zum Alptraum werden kann, zeigt sich deutlich in „Dantons Tod“ von Georg Büchner. Kaum ein historisches Ereignis war mit so vielen Erwartungen verbunden und wurde mit soviel Enttäuschungen und Blut begleitet wie die französische Revolution von 1789. Büchners Stück versucht, einen Blick hinter die Kulissen fünf Jahre später und in die dort stattfindenden Machtkämpfe der Revolutionsführer zu werfen. Während Danton die revolutionären Ziele erreicht sieht und für eine Stabilisierung der Situation eintritt, geißelt der Asket Robespierre Dantons sinnliches und frohes Leben als „konterrevolutionär“. Danton wähnt sich ob seiner Verdienste und Anerkennung sicher. Doch da hat er sich verschätzt. Robespierre lässt ihn und seine Freunde verhaften und vor Gericht stellen. Und nun beginnt ein Kampf um Leben und Tod. Ein berührendes und in seiner Konsequenz aufrüttelndes Stück, das zwar in seiner Entstehungszeit ein Reflex auf Büchners 1834 gegründete „Gesellschaft für Menschenrechte“ und den damit verbundenen Aufruf zum Kampf gegen die großherzogliche Unterdrückung der hessischen Bauern war, aber heute nichts von seiner Aktualität verloren hat. Mit DANTON # BÜCHNER eröffnen wir unsere Kammerbühnen-Reihe "DIE JUNGEN WILDEN. Klassiker auf den Kopf gehauen!" Regisseur Ingo Putz zeigt eine heutige Sicht auf den spannenden Machtkampf zweier Menschen, die einmal den gleichen Traum hatten. [Quelle: www.staatstheater-cottbus.de] ->Über den Regisseur Songtexte zum Nachlesen: -> "Land of Confusion" by Genesis -> "Working Class Hero" by John Lennon |
| KRITIK: | Pforzheimer Zeitung vom 27.01.2010 - Thomas Weiss |
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Die Revolution frisst ihre Kinder PFORZHEIM. Danton kocht. Genüsslich bereitet er das Hähnchen für Frau Julie und Freund Camille zu. Man lacht, scherzt und flirtet zu Puccini-Klängen im „Promi-Diner“-Stil. Der Genuss steht im Vordergrund, alle Vorahnungen ob der Gefährdung durch den blutigen Tugend-Messias Robespierre werden weggelacht, verdrängt. Regisseur Ingo Putz, der in Pforzheim zuletzt „Ich, Heinz Erhardt“ auf die Bühne gebracht hat, zeichnet für die Inszenierung von Büchners „Dantons Tod“ verantwortlich, die unter dem Titel „Danton#Büchner“ gestern als Austauschgastspiel vom Staatstheater Cottbus in die Goldstadt kam. Auf fünf Darsteller reduziert Personenreduziert, wird das Geschehen um George Danton und seine Freunde, die zum Opfer des revolutionären Terrors von Robespierre werden, sehr bemüht an die Gegenwart herangeholt. Robespierre präsentiert sich, begleitet von einem Applaus-Girl (Kathrin Victoria Panzer, die auch den als blutigen Clown geschminkten St. Just prononciert spielt) als unsäglicher Moderator auf Nachmittags-TV-Niveau, der Genesis’ „Land of Confusion“ anstimmt: Oliver Seidl gewinnt immer dann an darstellerischen Konturen, wenn er hinter der gelackten Entertainer-Maske die Ängste des blutbesudelten Robespierre aufscheinen lässt. Er nutzt die hedonistische Lebensweise von Danton und seiner Anhänger als Waffe, um die Stimmung gegen sie aufzuheizen und sie auf die Guillotine zu schicken. Michael Becker als Danton ist ein Meister der Verdrängung, der sich lieber am nackten Leib seiner Frau Julie, in deren Rolle auch die der Grisette Marion eingeflossen ist, vergnügt, denn sich der politischen Realität zu stellen. Tagespolitische Anspielungen Becker, der seine Rolle mit einigen tagespolitischen Anspielungen zur Zerstörung des Gaza-Streifens oder zu Papst Benedikt XVI. aufpeppt, lässt hinter der Fassade des ermatteten Revolutionärs auch die Erkenntnis der eignen Blutschuld aufscheinen. Piepsstimmig gibt Anja Jacobsen Julie als erotisch präsente Frau, die ihrem Mann in den Tod folgt, während Kai Börner als Camille, dem die Inszenierung eine Beziehung mit der Frau seines Freundes unterstellt, seine Todesfurcht plakativ ausstellt. Zu den gelungeneren Gags der Aufführung gehört das als Video zugespielte Puppenspiel, bei dem das Hühnchen und die Kochzutaten von Danton ein witziges Eigenleben entwickeln.
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| KRITIK: | Märkische
Allgemeine vom 23.02.2009 - Martin
Stefke |
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| Die Klassiker können das vertragen | ||
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| KRITIK: | Lausitzer Rundschau vom 23.02.2009 - Gabriele Gorgas |
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„Was ist das, was in uns lügt, mordet, stiehlt?“ |
| KRITIK: | ||

